Heilige Linde
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Die Ursprünge des Kults von Unserer Lieben Frau von Święta Lipka gehen zurück auf das 14. Jahrhundert. Die Sage berichtet von einem in Rastenburg Verurteilten, der auf Intervention von „Unserer Lieben Frau“ eine aus Holz geschnitzte Figur ihres Kindes anfertigte. Nachdem er wegen dieser Skulptur freigelassen wurde hängte er die Figur an eine Linde auf dem Weg von Rastenburg nach Rößel. Viele Wunder ereigneten sich der Sage nach um die Statue des Marienkindes. Allerdings weist der Begriff „Heilige Linde“ weiter zurück in die Vergangenheit, nämlich auf einen heidnischen Kultplatz der Prußen. Die Linde war das Symbol der Göttin Puskaite, eine Göttin für Fruchtbarkeit und Getreide, der zu Ehren im Frühjahr und im Herbst Feste veranstaltet wurden. (Siehe auch Zwangschristianisierung).

Im Laufe der Zeit wurde die Kapelle rund um den Baum errichtet. Die Priester der Kapelle dienten dem Deutschen Orden in Rastenburg. Die ältesten dokumentierten Informationen über die heilige Linde wurden im Domkapitel von Płock gefunden. Aus einer Aufzeichnung von 1473 geht hervor, dass der Ort zum Deutschordensstaat kam, die Kapelle wird nicht erwähnt. In einer Erlaubnis des Hochmeisters des Deutschen Ordens, Johann von Tiefen von 1491 zur Einrichtung einer Gaststätte ist die Kapelle genannt. Zahlreiche Wallfahrten wurden nach Heiligelinde unternommen, so auch vom Hochmeister des Deutschen Ordens, Albrecht von Brandenburg-Ansbach.
Die Kapelle im Heiligelinde wurde während der Reformation zerstört. Dank der Bemühungen von Stefan Sadorski gelang der Wiederaufbau der Kapelle und infolge eines Kaufes die Übertragung des Eigentumsrechtes an Land und Gebäuden an das ermländische Domkapitel. Im Herbst 1618 betrug der Grundriss der Kapelle 40x26 Fuß. Die Kapelle wurde auf den alten Resten 1619 gebaut und feierlich durch den Fürstbischof von Ermland, Simon Rudnicki am 19. November 1619 geweiht. An der Fassade der Kapelle wurden die drei Wappen von Sigismund III. Wasa, Johann Sigismund (Brandenburg) und Simon Rudnicki angebracht. Sadorski übergab die Kapelle den Jesuiten.
Der Schrein war weit bekannt. Pilger kamen nicht nur aus dem Ermland, sondern auch aus Warschau, Vilnius oder Lemberg. Unter den Pilgern war auch König Johann II. Kasimir.
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